Die chinesische Sprache
Chinesisch gilt gemeinhin als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Dieses liegt vor allem an der fehlenden Auseinandersetzung mit der Sprache. Denn auch
wenn man es nicht glauben mag, die Chinesische Sprache ist durch ihren modularen Aufbau sehr systematisch und effizient. All die grammatischen Feinheiten der englischen und vor allem der deutschen Sprache sucht man in Chinesischen vergebens.
Das Chinesische kennt keinerlei Flexion; die Wörter haben alle nur jeweils eine einzige Form. Es gibt im Chinesischen keine grammatikalischen Tempusformen. Das Tempus wird durch simple Adverbien angedeutet, wenn überhaupt. Auch Partikel oder Präpositionen sucht man im Chinesischen vergebens. Ausserdem wird fast jeder Satz nach der grundlegenden Wortstellung Subjekt (Zeit Ort) Verb Objekt gebildet.
Trotz dieser scheinbaren Einfachheit gibt es chinesischen zwei Punkte (Töne und Schrift) die den Schwierigkeitsgrad wesentlich erhöhen.
Chinesisch ist eine tonale Sprache, d.h. eine Silbe kann einen der vier Töne oder auch gar keinen haben. Ein anderer Ton bedeutet dabei in der Regel einen anderen Sinn, aber eine Silbe kann jeweils nur einen Ton haben, unabhängig von der Gemütsverfassung des Sprechers. Die verschiedenen Töne sind:
- Erster Ton (hoher Ton): Die Tonhöhe ist konstant und hoch. Z. B. „mā“ (Mutter).
- Zweiter Ton (steigender Ton): Die Tonhöhe steigt von der unteren bis mittleren in die hohe Tonlage, ähnlich der Intonation einer Frage im Deutschen. Z. B. „má“ (Hanf).
- Dritter Ton (niedriger oder niedrig-fallend-steigender Ton): Die Tonhöhe sinkt aus mittlerem Niveau nach unten und steigt in der Regel wieder in das mittlere Niveau. Z. B. „mǎ“ (Pferd).
- Vierter Ton (fallender Ton):Die Tonhöhe fällt scharf nach unten und die Silbe wird kürzer mit mehr Affekt ausgesprochen, vergleichbar mit der deutschen Betonung eines Befehles (z. B. Geh!). Z. B. „mà“ (schimpfen).
Dieses ist vor allem für Ausländer, die die Sprache erlernen wollen eine großes Hindernis, da man normalerweise nicht gewohnt ist, dass der Sinn eines Wortes von der Aussprache der Silben abhängt.
Der zweite Punkt ist, dass die chinesische Schrift. Es gibt etwa 40 000 Schriftzeichen, für den Alltagsgebrauch werden davon ca. 4500 verwendet. Jedes Zeichen sieht anders aus und unterschiedet sich oft nur durch einen Haken irgendwo im Zeichen. Ab 1500-2000 Zeichen soll man eingermaßen, leichte Artikel in Zeitschriften lesen können.
Wir haben in Jinan mit Schriftzeichen angefangen und sind jetzt so ungefähr bei 300. Während des Sprachkurses am LSI in Bochum wurden allerdings fast keine Schriftzeichen gelernt, der Fokus lag hier auf der Konversation.
Um einen Eindruck von den Schriftzeichen zu geben, kann unter folgendem Link eine Excel Tabelle mit den Wörtern bzw. Schriftzeichen, die wir in Jinan lernen bzw. gelernt haben runtergeladen werde:
Zu beachten ist dabei, das unter Windows, Ostasiatische Sprachen unter “Regions- und Spracheinstellungen” installiert sein müssen.